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Krankenhaus Barometer 2024

Am 17.02.2025 von Emil Löxkes

Jetzt machen schon 80 Prozent der Krankenhäuser Verluste

So dramatisch waren die Zahlen des Krankenhaus Barometers noch nie: Für 2024 erwarten 80 Prozent der Häuser ein negatives Jahresergebnis. Und zwei Drittel gehen davon aus, dass sich ihre Lage 2025 weiter verschlechtert.

Auf Seite neun des Krankenhaus Barometers 2024 ist der Satz, der die ganze Dramatik der Lage zusammenfasst, noch einmal besonders hervorgehoben: „Seit Einführung des DRG-Systems im Jahr 2003 haben noch nie so viele Allgemeinkrankenhäuser Verluste geschrieben wie im Jahr 2023.“ Weiter vorn liefern die Macher der jährlichen Umfrage schon weitere Hiobsbotschaften: Noch nie haben so viele Häuser eine so schlechte wirtschaftliche Lage beklagt wie 2024 – und für 2025 werden weitere Verschlechterungen erwartet.

Einmal im Jahr fühlt das Deutsche Krankenhausinstitut (DKI), das unter anderem von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) getragen wird, der Branche den Puls. Und von Jahr zu Jahr muss das Team um DKI-Vorstand Dr. Karl Blum alarmierendere Formulierungen finden. Die wirtschaftliche Situation der deutschen Krankenhäuser sei „so dramatisch wie nie“, heißt es diesmal.

 Die Situation der Krankenhäuser nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an.

 Demnach haben 61 Prozent der befragten Häuser nach eigenen Angaben im Jahr 2023 Verluste gemacht. Neun Prozent meldeten ein ausgeglichenes Ergebnis und 30 Prozent einen Überschuss. Bei 64 Prozent der befragten Häuser hat sich das Jahresergebnis der Umfrage zufolge zuletzt verschlechtert. Für 2024 erwarteten sogar 79 Prozent ein negatives Ergebnis. Elf Prozent gingen von ausgeglichenen Zahlen aus, zehn Prozent von einem Überschuss.

Belastend wirken sich der Umfrage zufolge besonders Preissteigerungen bei Personal- und Sachkosten aus. Bei 88 Prozent der Häuser, so die DKI, hätten sie starke oder sehr starke Folgen für die Liquiditätssituation. Vor diesem Hintergrund seien sie teilweise auf finanzielle Unterstützung ihrer Träger angewiesen, um die Liquiditäts- und Insolvenzrisiken abzufangen und notwendige Investitionen finanzieren zu können, heißt es.

Quelle: https://www.kma-online.de/aktuelles/klinik-news/detail/laut-krankenhaus-barometer-machen-80-prozent-der-haeuser-verluste-53189

Investitionsstau und InsolvenzDie doppelte Krise der Akutkliniken

Krankenhaus Barometer 2023Gaß warnt vor „Rekord-Insolvenzjahr“ für Krankenhäuser

 

„Die Situation der Krankenhäuser nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an“, kommentiert DKG-Vorstandschef Dr. Gerald Gaß die aktuellen Zahlen. Er beklagt einen „historischen Niedergang“ und eine „fehlgeleitete Politik auf dem Rücken der Patientinnen und Patienten, der Krankenhäuser und ihrer Mitarbeitenden“. Ursache für die Unterfinanzierung der Kliniken sei „neben der mangelhaften Investitionsförderung vor allem der weiterhin ausbleibende Inflationsausgleich“.

Gaß fordert Inflationsausgleich

Die Schieflage werde die Krankenhausträger jetzt vermehrt zu harten Konsolidierungsentscheidungen zwingen, so Gaß: „Dies wird auch negative Auswirkungen auf die regionale Patientenversorgung haben.“ Schon heute seien Krankenhäuser wegen der Defizitlage gezwungen, Einschnitte in der Patientenversorgung vorzunehmen, ohne dass dies noch mit der Krankenhausplanung der Länder abgestimmt werden könne.

„Nachdem der noch amtierende Bundesgesundheitsminister zu keiner Lösung für diese dramatische Situation bereit war, muss nun eine neue Bundesregierung das Thema ganz oben auf ihre politische Agenda setzen und einen Inflationsausgleich sicherstellen, um so die Krankenhausversorgung flächendeckend zu stabilisieren“, fordert Gaß.

Krankenhaus Barometer

Die Ergebnisse des Krankenhaus Barometers beruhen den Angaben zufolge auf einer repräsentativen Umfrage unter Allgemeinkrankenhäusern mit mindestens 100 Betten. Sie wurde zwischen Mitte Mai und Mitte August 2024 durchgeführt. Laut DKI haben sich 366 Krankenhäuser beteiligt. Alle Ausgaben des Barometers sind im Downloadbereich der DKI-Homepage abrufbar.

 

Drei Viertel der Häuser betreiben ein MVZ

Dem Barometer zufolge engagieren sich immer mehr Krankenhäuser auch in der ambulanten Versorgung. Rund drei Viertel betreiben demnach mittlerweile ein oder mehrere Medizinische Versorgungszentren (MVZ). Ein fachübergreifendes Leistungsangebot sei hier nahezu Standard, so die DKG. Jedes zweite Krankenhaus-MVZ halte auch hausärztliche Angebote vor. Zudem hätten viele Krankenhäuser ihre Organisation und ihre Prozesse angepasst, um die spezielle sektorengleiche Vergütung einzuführen (Hybrid-DRGs), bei der Leistungen unabhängig davon vergütet werden, ob sie ambulant oder stationär erbracht werden.

Quelle: https://www.kma-online.de/aktuelles/politik/detail/krankenhausreform-transformationsfonds-nimmt-gestalt-an-53269