Wo steht die deutsche Landwirtschaft heute?

Am 30.12.2021 von Emil Löxkes

Die Zahlen aus der aktuellen Landwirtschaftszählung zeigen: Der Wandel in der deutschen Landwirtschaft hält an.

Bei der Landwirtschaftszählung 2020 wurden umfassend Daten über die deutsche Landwirtschaft erhoben, unter anderem zur Nutztierhaltung.
Alle zehn Jahre sammelt und verarbeitet das Statistische Bundesamt in einer umfassenden statistischen Maßnahme – kurz "Landwirtschaftszählung" genannt – Daten zur deutschen Landwirtschaft.

Erfasst werden zum Beispiel Informationen darüber, wie sich die Zahl und die Größenstruktur der landwirtschaftlichen Betriebe entwickelt hat, welche Kulturen auf den Feldern angebaut werden, wie das Vieh gehalten wird, wie viele Menschen in der Landwirtschaft arbeiten oder wie die sozialen Bedingungen sind.

Die Ergebnisse der Landwirtschaftszählung werden von der Öffentlichkeit, der Forschung und politischen Entscheidungsträgern genutzt, um die Situation der Agrarwirtschaft besser zu verstehen.

Strukturwandel in der Landwirtschaft setzt sich fort

Die Zahlen der Landwirtschaftszählung 2020 zeigen ganz deutlich: Der Strukturwandel, der in der Landwirtschaft schon seit einigen Jahrzehnten zu beobachten ist, hält weiterhin an. Ein guter Indikator dafür ist die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe.

Sie ist zwischen 2010 und 2020 um weitere 12 Prozent gesunken, auf 263.500. Im Vergleich zu 2001 bedeutet das sogar einen Rückgang um 40 Prozent. Die Betriebsgrößen nehmen dafür immer mehr zu. War ein Betrieb 2010 im Schnitt noch 56 Hektar groß, erhöhte sich diese Fläche 2020 auf etwa 63 Hektar.

Betriebsgrößen regional sehr unterschiedlich

Die Anzahl der Betriebe hat in den letzten zehn Jahren abgenommen. Die Betriebsgrößen sind dafür angewachsen. Das heißt, pro Betrieb wird heute mehr Fläche bewirtschaftet und es werden mehr Tiere gehalten.

Die Größenstruktur der Betriebe in Deutschland ist regional sehr unterschiedlich, was historische Gründe hat. In Bayern und Baden-Württemberg sind wegen der früher angewendeten Erbteilung auf alle Nachfahren eher kleine Betriebe zu finden. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche pro Betrieb liegt dort im Durchschnitt bei 36 Hektar.

Im Norden Deutschlands sind wegen des dort vorherrschenden Anerbenrechts mit durchschnittlich 81 Hektar in Schleswig-Holstein und 73 Hektar in Niedersachen deutlich größere Betriebe zu finden.

Die größten Landwirtschaftsbetriebe gibt es jedoch in Ostdeutschland. Das liegt daran, dass dort nach der Wende die alten Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPGs) in entsprechend große Nachfolgebetriebe überführt wurden. Spitzenreiter sind Mecklenburg-Vorpommern mit durchschnittlich 282 Hektar und Sachsen-Anhalt mit 267 Hektar pro Betrieb.

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