Titandioxid soll in Lebensmitteln ab 2022 verboten werden

Am 29.12.2021 von Emil Löxkes

Die EU-Mitgliedstaaten haben am 08.10.2021 dem Vorschlag der Europäischen Kommission zugestimmt, die Verwendung von Titandioxid (E171) als Zusatzstoff in Lebensmitteln ab 2022 zu verbieten. Titandioxid wird als Farbstoff in einer Reihe von Produkten wie Kaugummi, Gebäck, Nahrungsergänzungsmitteln, Suppen und Brühen verwendet. Die Sicherheit der Lebensmittel und die Gesundheit der Verbraucher seien laut der EU-Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Stella Kyriakides nicht verhandelbar. Das entschlossene Handeln aller Mitgliedstaaten auf der Grundlage solider wissenschaftlicher Erkenntnisse diene nun der Beseitigung eines Risikos einer in Lebensmitteln verwendeten Chemikalie.

Der Vorschlag der Kommission stützt sich auf ein wissenschaftliches Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit. Dieses kommt zu dem Schluss, dass Titandioxid bei der Verwendung als Lebensmittelzusatzstoff nicht mehr als sicher angesehen werden kann. Das ist insbesondere so, weil Bedenken hinsichtlich der Genotoxizität, also der Fähigkeit von chemischen Substanzen, genetisches Zellmaterial zu verändern, nicht ausgeschlossen werden können. Der Rat und das Europäische Parlament haben bis Ende des Jahres Zeit, um Einspruch zu erheben. Ansonsten wird der Text Anfang 2022 in Kraft treten. Dann beginnt eine sechsmonatige Auslaufphase, nach der ein vollständiges Verbot für Lebensmittel gelten wird.

Quelle: Information Europäische Kommission, Oktober 2021