Corona-Auszeit: So beantragen Familien vergünstigten Urlaub

Am 13.10.2021 von Emil Löxkes

Erholung bei knapper Kasse – der Bund kann helfen

„Corona-Auszeit“ nennt sich das Programm, mit dem die Bundesregierung Familien mit kleinen und mittleren Einkommen einen vergünstigten Urlaub ermöglichen möchte. 50 Millionen Euro stehen dafür bis Ende 2022 bereit. Wobei gewisse Kriterien gelten. Zwischen 63 gemeinnützigen Familienferienstätten können Interessierte im ganzen Bundessgebiet wählen, von der Ostsee über den Harz bis zum Bodensee. Maximal sieben zusammenhängende Übernachtungen können Berechtigte in diesem Zeitraum und noch einmal im darauffolgenden Jahr buchen. Zahlen müssen sie lediglich einen Eigenanteil von zehn Prozent für die Übernachtung. Und Verpflegungskosten, sofern diese im Preis inbegriffen sind. Den Rest übernimmt der Bund. Kosten für An- und Abreise sowie mögliche Kurtaxe kommen hinzu. Wer eine passende Unterkunft ausgesucht hat, muss sich zunächst nach freien Plätzen erkundigen. Gültiger Reisezeitraum: 1. Oktober 2021 bis 31. Dezember 2022. Erst im nächsten Schritt muss die Berechtigung nachgewiesen werden. Teilnehmen können Familien, die eine bestimmte Einkommensgrenze nicht überschreiten. Bei einem alleinerziehenden Elternteil mit einem Kind unter sechs Jahre, liegt diese z.B. bei 40.344 Euro. Bei einem Ehepaar oder einer Lebenspartnerschaft mit Kind unter sechs Jahren liegt die Bemessungsgrenze bei 52.080 Euro. Je nach Anzahl oder Alter der Kinder variiert der Wert. Zum Einkommen zählen sämtliche Einkommensarten aller im Haushalt lebenden Personen, auch Kindergeld, Unterhalt oder Rente. Familien mit einem schwerbehinderten Kind oder Familien mit einem minderjährigen Kind, bei denen ein Elternteil schwerbehindert ist, ebenso. Wichtig ist, dass die Familie ihren Hauptwohnsitz in Deutschland hat und ein Kindergeldanspruch besteht.

Wer sich unsicher ist, ob seine Familie die Kriterien erfüllt, kann als erste Orientierungshilfe den Einkommensrechner der Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung nutzen. Dieser fragt allerdings nicht alle relevanten Voraussetzungen ab. Aktuell entwickelt das Bundesfamilienministerium deshalb noch einen nutzbringenden Online-Check (Stand September 2021). Diese Corona-Auszeit gilt explizit für alle Familienformen, die die Voraussetzungen erfüllen, also etwa auch für Stief- oder Pflegeeltern. Ein Rechtsanspruch auf den vergünstigten Urlaub besteht allerdings nicht. Die Mittel und die Plätze in den Unterkünften sind begrenzt. Das Bundesfamilienministerium kann nicht abschätzen, für wie viele Familienurlaube das Fördergeld ausreicht.

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