Warnung vor Pangasius:

Am 07.02.2021 von Emil Löxkes

Es droht akute Gesundheitsgefahr wegen schlechte Hygiene-Zustände im Erzeugerland

„Es ist absolut inakzeptabel, dass hier Lebensmittel auf den Markt gebracht werden, von denen eine Gesundheitsgefahr für die Verbraucherinnen und Verbraucher ausgeht. Bei der Verarbeitung des Pangasius muss deutlich sorgfältiger gearbeitet werden.“
Dr. Georg Schreiber, Leiter der Abteilung „Lebensmittelsicherheit“ im BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit)

Pangasius-Fisch ist beliebt. Er stammt (oft aus Aquakultur) aus Thailand, Vietnam, Laos und Kamodscha und wird in großen Mengen nach Europa exportiert, wo er aufgrund seines niedrigen Preises und seines guten Geschmacks geschätzt wird.

Allerdings ist Vorsicht geboten:

(i) Pangasius enthält so viele Rückstände von Desinfektionsmitteln, dass jeder 10. Fisch eine akute Gesundheitsgefahr darstellt.

(ii) Jeder dritte Pangasius-Fisch ist mit dem krankheitserregenden Listeria monocytogenes-Bakterien kontaminiert.

Hier die Details:

(i) Desinfektionsmittel-Rückstande: Wie kommen sie in den Fisch und was bewirken sie im Menschen?

Fisch ist leicht verderblich. Deshalb ist es üblich, beim Enthäuten, Ausnehmen oder Filetieren Wasser zu verwenden, dem Desinfektionsmittel zugesetzt werden. Auch alle mit dem Fisch in Kontakt kommenden Flächen oder Schneidegeräte werden in der Regel mit Desinfektionsmitteln gereinigt. Die Mittel enthalten häufig Chlorat oder Quartäre Ammoniumverbindungen (QAV) wie Benzalkoniumchlorid (BAC). Sie können Funktionsstörungen der Schilddrüse und Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Etwaige Rückstände an Chlorat und BAC müssen daher durch sorgfältiges Nachspülen mit Wasser vom Fisch sowie von den Arbeitsflächen und Schneidegeräten entfernt werden.
Darin hapert es aber in den Herstellungsländern, wie das BVL feststellte. Pangasius enthält so viele Rückstände von Desinfektionsmitteln, dass jeder 10. Fisch eine akute Gesundheitsgefahr darstellt.

Der untersuchte Pangasius-Fisch stammte überwiegend aus vietnamesischer Aquazucht und lag in Form von glasierten Tiefkühl-Filets vor.

Quelle: https://bit.ly/3ixMnWI

(ii) Verseuchung mit Listeria monocytogenes

Importierter Fisch aus Aquakultur (neben Pangasius auch Tilapia) war mit 33,1 % positiver Proben sehr häufig mit Listeria monocytogenes kontaminiert und stellt somit grundsätzlich ein Risiko für eine Infektion des Menschen mit diesem Erreger dar. Hygienisch sichereres Durcherhitzen (72°C für 2 min nach DIN 10506) ist bei Pangasius also unerlässlich.

Quelle: https://bit.ly/2Y1Q25C