Achtung Sesamsamen: Belastung mit giftigem Ethylenoxid

Am 05.01.2021 von Emil Löxkes

Wenn man zur Zeit bei Google „Sesam Ethylenoxid“ eingibt, erscheinen viele Meldungen zu Rückrufen verschiedenster Produkte.

Der Grund: In ihnen ist Sesam aus Indien verarbeitet, der zur Zeit mit Ethylenoxid kontaminiert ist. Ethylenoxid ist ein in der EU nicht zugelassenes Pflanzenschutzmittel. Es wirkt im Menschen krebserregend (kanzerogen) und verändert das Erbmaterial (mutagen).

Zur Zeit ist mit Ethylenoxid kontaminierter Sesam aus Indien im Umlauf, was die Lebensmittelüberwachungsbehörden in hohe Alarmbereitschaft versetzt. In Deutschland und Europa wird Sesam kaum bis gar nicht angebaut; Indien gehört zu den größten Sesamproduzenten. Und in Indien ist der Einsatz des giftiges Gases Ethylenoxid noch erlaubt.

Leider ist in der Regel nicht erkennbar, ob der eingekaufte Sesamsamen bzw. das verarbeitet Produkt, das Sesam enthält, Sesam aus Indien enthält.

Deshalb ist aktuell höchste Vorsicht geboten. Vermeiden Sie Sesam, wo es geht. Sprechen Sie ggf. Ihre Lieferanten dahingehend an, dass diese Ihnen die Sicherheit Ihrer Sesam-haltigen Produkte bestätigen. Ein gutes Qualitätsmanagement des Herstellers kennt diese Gefahren.

Achtung: In der Presse kursieren falsche Rückstandshöchstgehalte zu Ethylenoxid in Sesamsamen, also die kleinsten Rückstands-Mengen, die in der EU noch als sicher gelten. Sie wurden mit der Verordnung (EU) 2015/868 auf 0,05 mg/kg abgesenkt. Ab dem Zeitpunkt des Inverkehrbringens dürfen Erzeugnisse diesen Wert nicht überschreiten. In der Presse finden sich teilweise -falsche- höhere Werte.