VKK Online-Seminar am 2. Dezember 2020: Listerien, Corona und Co.

Ans Telefon anstatt in das Wartezimmer

Am 05.11.2020 von Emil Löxkes

Fernmündliche Krankschreibung

Husten, Schnupfen, Halskratzen: Wer solche Symptome aufweist, muss für eine Krankschreibung nicht mehr unbedingt persönlich in der Arztpraxis erscheinen. Vorerst bis 31. Dezember 2020 können sich Arbeitnehmer mit leichten Atemwegserkrankungen wieder telefonisch krankschreiben lassen.

Diese Regelung hatte es bereits im Frühjahr für einen gewissen Zeitraum gegeben. Durch diese sollen in der sich aktuell zuspitzenden Corona-Situation volle Wartezimmer und ein dadurch erhöhtes Ansteckungsrisiko vermieden werden. Wichtige Fragen und Antworten dazu im Überblick:

Für wen gilt die Ausnahmeregelung?

Zum Beispiel für Personen mit Erkältungen oder grippalen Infekten, aber nicht für Patienten mit schwerer Symptomatik. Schwerere Fälle, bei denen COVID-19 ausgeschlossen werden muss, sollten mit dem Arzt per Telefon das weitere Vorgehen besprechen oder gezielt zu solchen Akutanlaufstellen gehen, wo sie getestet werden können, teilt der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken (G-BA) zu der neuen Sonderregelung der Arbeitsunfähigkeitsrichtlinie mit.

Wie lange gilt die Krankschreibung?

Bis u sieben Kalendertage. Die Krankschreibung kann danach einmalig telefonisch für bis zu sieben weitere Kalendertage verlängert werden.

Gilt das auch, wenn ein Kind erkrankt ist und der Arbeitnehmer, die Arbeitnehmerin, nicht arbeiten kann?

Ja, die Regelungen gelten auch für ärztliche Bescheinigungen zum Bezug von Krankengeld, wenn das Kind erkrankt ist, erklärt der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV).

Wie gelangt die Bescheinigung zum Patienten?

In der Regel erfolgt dies per Post. Das gilt sowohl für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen als auch für Bescheinigungen zum Bezug von Krankengeld bei erkranken Kindern. So steht es in der entsprechenden Ausführungsvereinbarung zwischen GKV-Spitzenverband und Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV).

Müssen Patienten der Arztpraxis bereits bekannt sein?

Nein. Anders als bei einer Krankschreibung per Video, die von der Corona-Situation unabhängig immer möglich ist, muss man bei der nun wieder befristet möglichen Telefon-Krankeschreibung nicht schon in der Praxis bekannt sein, wie der G-BA mitteilt. Allerdings haben Patienten auch keinen Anspruch auf die Telefon-Krankschreibung: Es liegt im Ermessen des Arztes, ob er den Patienten doch noch für eine persönliche Untersuchung in die Praxis einbestellt.