VKK Online-Seminar am 2. Dezember 2020: Listerien, Corona und Co.

Mykotoxine in Getreideflocken

Am 19.10.2020 von Emil Löxkes

Das CVUA Sigmaringen hat im Jahr 2019 insgesamt 43 Proben Getreideflocken, davon 18 Proben aus ökologischem Anbau, auf die Belastung mit neun wichtigen Mykotoxinen untersucht. Beim Großteil der Proben handelte es sich um Haferflocken (29 Proben).

Der Anteil der mit Mykotoxinen belasteten Proben lag bei den konventionellen Getreideflocken mit 72 % deutlich höher als bei den Bio-Getreideflocken mit 22 %. Fünf der neun untersuchten Mykotoxine waren in keiner der Proben nachweisbar.

Einige Getreideflocken waren geringfügig mit den Mykotoxinen HT-2 Toxin, T-2 Toxin und/oder Deoxynivalenol belastet, in einer einzigen Probe wurden niedrige Gehalte von Ochratoxin A nachgewiesen. Diese Mykotoxine kommen typischerweise in Getreideerzeugnissen vor, T-2 Toxin und HT-2 Toxin dabei vermehrt in Produkten aus Hafer. Deoxynivalenol, T-2 Toxin und HT-2 Toxin werden vor allem von Schimmelpilzen der Gattung Fusarium gebildet und stören unter anderem das Immunsystem oder die Synthese von Proteinen in den Zellen.

Für Deoxynivalenol oder Ochratoxin A sind in der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 für verschiedene Lebensmittel Höchstgehalte festgelegt. Werden diese Höchstgehalte überschritten, dürfen die Lebensmittel nicht in den Verkehr gebracht werden. Für T-2 Toxin und HT-2 Toxin gibt es dagegen noch keine gesetzlich festgelegten Höchstgehalte, solche sind auf EU-Ebene aktuell noch in der Planung. In keiner der untersuchten Proben wurden die Höchstgehalte für Deoxynivalenol oder Ochratoxin A bzw. die Richtwerte für T-2 Toxin und HT-2 Toxin überschritten.

QUELLE:
► Meldung Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Sigmaringen.