Für das digitale Erbe braucht es eine Vollmacht

Am 19.02.2020 von Emil Löxkes

Social-Media und E-Mail-Konten, Abos bei Streamingdiensten, Shop-Kundenkonten, Gesundheitsdaten von Fitness-Apps oder Fotosammlungen bei Online-Speicherdiensten: Verbraucher sammeln im Alltag immer mehr digitale Verträge und Daten. Damit das, was im Laufe der Jahre zusammenkommt, nach dem Tod nicht plötzlich „herrenlos“ wird, sollte man eine Vertrauensperson benennen. Diese kann sich um die Rechte und Pflichten aus Verträgen mit Internetdiensten kümmern. Dazu rät der Bundesverband der Verbraucherzentrale. Ein Musterformular für eine solche Vollmacht bietet der Verband im Netz an. Ganz wichtig: Diese muss handschriftlich verfasst, mit Datum versehen, unterschrieben und mit dem Hinweis versehen sein, dass sie „über den Tod hinaus“ gilt. In der Vollmacht sollte man detailliert festlegen, was die Vertrauensperson genau mit den Konten, Daten oder Fotos im Netz nach dem Ableben tun soll. Diese können gelöscht oder in einen Gedenkzustand versetzt werden, wie es etwa bei Facebook möglich ist. Auch Anweisungen dazu, was mit Daten auf Geräten wie Computern, Notebooks, Smartphones, Tablets oder externen Festplatten geschehen soll, gehören in die Vollmacht. Um der Vertrauensperson ihre Aufgabe zu erleichtern oder ihr die Erledigung überhaupt erst zu ermöglichen, raen die Verbraucherschützer, eine Übersicht über alle Konen mit Benutzernamen und Passwörtern anzulegen. Am besten erfolgt dies auf einem verschlüsselten oder per Kennwort geschützten USB-Stick, der an einem sicheren Ort deponiert wird, etwa in einem Bankschließfach. Dabei sollte man regelmäßig Aktualisierungen des Datensatzes einplanen, damit Änderungen, Neuzugänge oder gelöschte Konten nicht auf der Strecke bleiben. Bei einigen Diensten können Nutzer auch schon zu Lebzeiten ihre Vertrauensperson in den Einstellungen angeben, etwa als Nachlasskontakt bei Facebook oder im Kontoinaktivitäts-Manager von Google.