Covid-19: VKK Herbst-Akademie 2020 abgesagt

Anspruch auf neues Zeugnis

Am 19.02.2020 von Emil Löxkes

Die Tätigkeiten des Mitarbeiters sind im Arbeitszeugnis nur stichpunktartig aufgezählt, es gibt außerdem Rechtschreibfehler. Dürfen Arbeitnehmer dann vom Vorgesetzten Änderungen am Zeugnis verlangen? Die Änderungswünsche sind zum Teil berechtigt. Das geht aus einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Mecklenburg-Vorpommern, hervor. In einem qualifizierten Arbeitszeugnis ist demnach eine stichwortartige Aufzählung der Tätigkeiten gängig. Dies ist kein Zeichen dafür, dass der Vorgesetzte sich abwertend äußert. Die Aufzählung genügt also den Anforderungen.

Rechtschreibfehler muss der Arbeitnehmer aber nicht dulden, diese müssen korrigiert werden. Sonst könne die Vermutung entstehen, dass sich der Verfasser vom Inhalt durch mangelnde Sorgfalt distanziert. Eine Schlussformel im Zeugnis sei üblich, mit Dank und guten Wünschen für die Zukunft des Arbeitnehmers. Verweigert der Vorgesetzte eine solche Formulierung, kann sein Verhalten einer öffentlich dokumentierten Kränkung gleichkommen. Gibt es konkrete Anhaltspunkte, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer mit der Verweigerung der Schlussformel schaden will, kann sogar ein Anspruch auf diese Formalie bestehen.