Was ist eine außerordentliche Kündigung?

Am 02.01.2020 von Emil Löxkes

Für eine außerordentliche Kündigung muss der Arbeitgeber gemäß § 626 Abs. 1 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) einen wichtigen Grund in der Kündigung angeben, der es Ihnen als Kündigenden unzumutbar macht, die regulären Kündigungsfristen einzuhalten. In der Regel ist eine außerordentliche Kündigung wirksam, wenn folgende Gründe vorliegen:

  1. Gravierender Pflichtverstoß: Der Arbeitnehmer hat gravierend gegen seine Pflichten verstoßen.
  2. Rechtswidrigkeit: Dieser Pflichtverstoß kann nicht gerechtfertigt werden und wurde zudem vorsätzlich bzw. fahrlässig begangen.
  3. Milderes Mittel: Es wurde geprüft, ob es kein milderes Mittel z. B. Abmahnung, Versetzung gibt.
  4. Interessenabwägung: Das Interesse des Arbeitgebers an einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses überwiegt.

Wichtig: Ihr Arbeitgeber muss die Kündigung innerhalb von zwei Wochen erklären, nachdem er von dem Pflichtverstoß erfahren hat.

In der Rechtsprechung wurden für eine außerordentliche Kündigung u. a. folgende Pflichtverstöße als ausreichend angesehen:

  • Arbeitsverweigerung
  • Beleidigung des Arbeitgebers
  • Geschäftsschädigende Äußerungen
  • Straftaten (Betrug, Diebstahl, Veruntreuung, sexuelle Belästigung)
  • Eigenmäßiger Urlaubsantritt
  • Mobbing
  • Konkurrenztätigkeit
  • Arbeitszeitbetrug

Eine außerordentliche Kündigung kann auch eine fristlose Kündigung sein, wenn das Arbeitsverhältnis sofort beendet wird.

Quelle: Anwalt.de