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Reduzierung der Aluminiumaufnahme kann mögliche Gesundheitsrisiken minimieren

Am 30.12.2019 von Emil Löxkes

Stellungnahme Nr. 045/2019 des BfR vom 18. November 2019 Verbraucherinnen und Verbraucher können Aluminiumverbindungen aus unterschiedlichen Quellen aufnehmen, beispielsweise aus Lebensmitteln, kosmetischen Mitteln wie aluminium-haltigen Antitranspirantien oder aluminiumhaltigen Zahncremes, Lebensmittelkontaktmaterialen wie unbeschichtete Aluschalen oder Backblechen und Arzneimitteln. Das BfR hat nun erstmalig die Gesamtaufnahmemenge für die unterschiedlichen Altersgruppen (Säuglinge, Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene) abgeschätzt und gesundheitlich bewertet. Zu-dem wurden die Beiträge der verschiedenen Quellen zur Gesamtaufnahme an Aluminium der Bevölkerung miteinander verglichen. Eine hohe Aufnahme von Aluminium und seinen Verbindungen kann unter anderem neurotoxische Entwicklungsstörungen sowie Schäden an Nieren, Leber und Knochen verursachen. Das BfR stützt sich bei seiner Abschätzung der Aluminiumaufnahme der Bevölkerung aus Lebensmitteln auf die aktuellsten Verzehrs- und Gehaltsdaten. Verzehrsdaten werden mittels Verbraucherbefragung erhoben und geben Auskunft darüber, welche Lebensmittel und wie viel davon von den verschiedenen Verbrauchergruppen gegessen werden. Die verwendeten Gehaltsdaten zeigen, wie hoch die Aluminiumgehalte durchschnittlich in den verschiedenen Lebensmittelkategorien sind. Für Nicht- Lebensmittelprodukte wie Kosmetika oder Verpackungen liegen der Expositionsschätzung ebenfalls Daten zu Aluminiumgehalten in den Produkten zugrunde. Zudem werden typische Anwendungsformen und -mengen betrachtet. Bei der Risikobewertung der Aluminiumaufnahme legt das BfR die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) abgeleitete tolerierbare wöchentliche Aluminium- aufnahmemenge (TWI-Wert – tolerable weekly Intake) von 1 Milligramm Aluminium je Kilo- gramm Körpergewicht zugrunde. Die BfR-Bewertung zeigt, dass die Aluminiumaufnahme aus Lebensmitteln im Vergleich zu früheren Studien niedriger ist. Lebensmittel sind nach wie vor eine relevante, jedoch nicht mehr die Hauptaufnahmequelle für die Bevölkerung. Werden weitere relevante Quellen der Aluminiumaufnahme mit berücksichtigt, wie aluminiumhaltige kosmetische Mittel und unbeschichtete Lebensmittelkontaktmaterialen, kann die Gesamtaufnahmemenge in allen Altersgruppen den TWI ausschöpfen oder sogar überschreiten. Verbraucherinnen und Verbraucher können die Menge an aufgenommenem Aluminium beeinflussen. Wer seine Aluminiumaufnahme reduzieren will, sollte sparsam mit aluminiumhaltigen Antitranspirantien und aluminiumhaltigen Zahnpasten umgehen. Für Lebensmittel empfiehlt das BfR, sich abwechslungsreich zu ernähren sowie Produkte und Marken zu wechseln. Das kann dazu beitragen, dass das Risiko einer dauerhaft hohen Aluminiumaufnahme durch einzelne hochbelastete Produkte reduziert wird. Das BfR empfiehlt auch aus anderen Gründen, wenn möglich, das ausschließliche Stillen von Säuglingen in den ersten sechs Lebensmonaten. Von der Zubereitung und Lagerung von insbesondere sauren und salzigen Lebensmitteln in unbeschichteten Aluminiumgefäßen oder Alufolie rät das BfR generell ab. Bei Reduzierung der genannten und vermeidbaren Einträge sind für die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht zu erwarten.