Die Bedeutung der Abmahnung

Am 10.10.2019 von Emil Löxkes

Die Abmahnung kann einem möglicherweise nur so lange schaden, wie sie in der Personalakte liegt, da der Arbeitgeber verpflichtet ist, die Abmahnung nach einer bestimmten Zeit aus der Personalakte zu entfernen. Ist die Abmahnung nicht mehr in der Akte, kann der Arbeitgeber eine spätere Kündigung nicht mehr darauf stützen.

Wie lange bleibt eine Abmahnung in der Personalakte?

Das hängt davon ab, wie schwer der Pflichtverstoß wiegt, ob es sich um einen leichten Pflichtverstoß handelt, oder um eine schwere arbeitsvertragliche Verfehlung. Ein Beispiel für einen leichten Verstoß ist das Zuspätkommen um wenige Minuten. Die Abmahnung, die man dafür erhält, darf in der Regel höchstens ein Jahr in der Akte bleiben. Hat der Arbeitgeber die Abmahnung wegen eines Diebstahls, eines Arbeitszeitbetrugs oder einer sexuellen Belästigung erteilt, wird sie regelmäßig viele Jahre in der Personalakte bleiben.

Welche Abmahnung ist riskant für das Arbeitsverhältnis, welche nicht?

Die Abmahnung kann nur dann gefährlich für den Arbeitsplatz werden, wenn sie auf einer Verfehlung beruht, für die man verhaltensbedingt gekündigt werden kann, wenn man die Verfehlung wiederholt. Hat man die Abmahnung beispielsweise erhalten, weil man den Arbeitsplatz bereits um 15:30 verlassen hat, obwohl man für den Tag im Arbeitszeitnachweis 16:00 eingetragen hat, gefährdet das den Fortbestand des Arbeitsverhältnisses. Passiert dieser Pflichtverstoß dem Arbeitnehmer erneut, kann er dafür die verhaltensbedingte Kündigung bekommen.

Eher harmlos sind Abmahnungen wegen kleinerer Verfehlungen, die der Arbeitnehmer beispielsweise erhalten kann, wenn er nur wenige Minuten zu spät am Arbeitsplatz erscheint. Auch wenn er dann erneut kurzzeitig verspätet erscheint, reicht das für eine verhaltensbedingte Kündigung regelmäßig nicht aus. Allerdings: Hat man bereits drei Abmahnungen deswegen in der Personalakte, könnte die vierte das Ende des Arbeitsverhältnisses bedeuten.