Der so genannt „gelbe Schein“ wird abgeschafft

Am 10.10.2019 von Emil Löxkes

Für gesetzlich Versicherte soll ab 1. Januar 2021 die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für eine Krankmeldung in Papierform nicht mehr gelten. Die Bundesregierung plant, eine digitale Krankmeldung einzuführen. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung soll folglich auf elektronischem Weg an den Arbeitgeber und an die entsprechende Krankenkasse des gesetzlich Versicherten übermittelt werden. Die künftige digitale Krankmeldung ist Teil eines Gesetzesentwurfes des Wirtschaftsministeriums für weniger Bürokratie, den das Kabinett im September 2019 billigte.

Rund 77 Millionen Krankenscheine wurden 2017 ausgestellt

Im Jahr 2017 haben die Ärzte in Deutschland laut Spitzenverband Bund der Krankenkassen – kurz GKV – circa 77 Millionen Arbeitsunfähigkeits-bescheinigungen für Arbeitnehmer bzw. Arbeitnehmerinnen ausgestellt. Die Gesamtausgaben hierfür belaufen sich auf insgesamt rund 77 Millionen Euro.

Folglich strebt die Bundesregierung, allen voran das Bundeswirtschafts-ministerium, einen umfassenden Bürokratieabbau in Deutschland an. Infolge des Bürokratieentlastungsgesetzes soll die deutsche Wirtschaft mehr als eine Milliarde Euro einsparen.

Wie soll die Digitale Krankmeldung funktionieren?

Mittels des digitalen Krankenscheins soll künftig der behandelnde Arzt bzw. die Ärztin die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf elektronischem Weg sowohl an den Arbeitgeber des Beschäftigten bzw. der Beschäftigten als auch an dessen bzw. deren Krankenkasse übermitteln. Somit kann der Arbeitgeber die Daten der Krankschreibung auf elektronischem Weg bei der entsprechenden Krankenkasse abrufen und erhält Informationen bezüglich des Beginns und der Dauer der Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers. Die Daten des erkrankten Beschäftigten werden zwar elektronisch übermittelt – an der dreifachen Ausfertigung wird sich jedoch künftig nichts ändern. Bis jetzt gilt noch die Papierform.

Bis 2021 gilt nach wie vor die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf gelbem Papier. Sie wird grundsätzlich entweder von einem Allgemeinarzt, Facharzt oder von einem Zahnarzt ausgestellt – in dreifacher Ausfertigung zur Vorlage bei der entsprechenden Krankenkasse, zur Vorlage bei der Arbeitsstelle sowie für die persönlichen Unterlagen des Versicherten.

Der „gelbe Schein“ wird entweder als Erstbescheinigung oder als Folgebescheinigung ausgestellt. Die Erstbescheinigung wird erteilt, wenn der betroffene Arbeitnehmer innerhalb des letzten halben Jahres erkrankt ist. Die Folgebescheinigung wird ausgestellt, wenn die Krankheit des Beschäftigten über den ursprünglich angegebenen Zeitraum hinaus andauert.

Ab wann ist die Krankmeldung notwendig?

Da die kalte Jahreszeit und damit verbunden ebenso die Erkältungszeit vor der Tür steht, fragen sich viele Arbeitnehmer: Ab welchem Zeitpunkt muss eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung überhaupt beim Arbeitgeber vorgelegt werden?

Generell muss der erkrankte Angestellte seinem Arbeitgeber die ärztliche Krankmeldung bei Krankheiten, die länger als drei Tage andauern, spätestens am vierten Tag der Arbeitsunfähigkeit vorlegen.

Davon kann im Einzelfall abgewichen werden – falls vertraglich eine andere Regelung getroffen wurde. Der Arbeitgeber kann dann den „gelben Schein“ bereits zu einem früheren Zeitpunkt, zum Beispiel am ersten Krankheitstag, verlangen.