Nachweispflicht bei Krankheit beachten

Am 08.09.2019 von Emil Löxkes

Wer krank ist und deshalb nicht zur Arbeit gehen kann, hat zwei Pflichten gegenüber seinem Arbeitgeber zu erfüllen: die Nachweis- und die Anzeigenpflicht.

Die Anzeigenpflicht besagt, dass Beschäftigte ihren Arbeitgeber sofort über die Krankheit und die voraussichtliche Dauer informieren müssen. Arbeitnehmer müssen etwas vor Schichtbeginn die entsprechende Nachricht dem Arbeitgeber an die Hand geben.

Die Krankmeldung kann per Telefon, per E-Mail oder sogar per SMS oder WhatsApp erfolgen. Es ist auch möglich, eine Kollegen zu beauftragen, die Information weiterzugeben. Das Gesetz macht hierzu keine Angaben. Aber: Der Arbeitnehmer muss sicherstellen, dass die Krankmeldung den Arbeitgeber auch erreicht. Ein E-Mail an eine Adresse zu schicken, die nicht kontinuierlich abgerufen wird, reicht daher nicht aus.

Die Nachweispflicht besagt, dass der Erkrankte nachweisen muss, dass er arbeitsunfähig ist. Dies geschieht durch ein ärztliches Formular, der so genannten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Laut Gesetz muss sie bei Erkrankungen von mehr als drei Kalendertagen vorgelegt werden. Der Nachweis muss also am vierten Tag beim Arbeitgeber eingetroffen sein. Der Arbeitgeber kann aber eigene Regeln aufstellen und diesen Nachweise früher verlangen. Er kann sogar schon am ersten Krankheitstag eine ärztliche Bescheinigung verlangen – und zwar unabhängig davon, ob er den Verdacht hegt, dass der Mitarbeiter die Erkrankung nur vortäuscht (BAG, Az: 5 AZR 866/11) Aber: Wenn der Arbeitgeber generell – also für alle Mitarbeiter – anordnet, dass ein Krankenschein bereits früher eingereicht werden muss, dann braucht er die Zustimmung des Betriebsrats. Voraussetzung ist außerdem, dass im Arbeitsvertrag keine andere Regelung festgeschrieben ist.