Darf beim Bewerbungsgespräch gelogen werden?

Am 08.09.2019 von Emil Löxkes

Mehrere Jahre Berufserfahrung? Selbstverständlich. Kompetent im Umgang mit Bestellsystemen? Natürlich. Darf im Bewerbungsgespräch so genannt geflunkert werden? Das kommt auf die Fragen an, die der Arbeitgeber stellt. Grundsätzlich hat der Arbeitgeber ein Fragerecht bei Bewerbern, denn er muss prüfen, ob der Bewerber für die ausgeschriebene Stelle geeignet ist, so die Aussage eines Fachanwaltes für Arbeitsrecht. Auf alle Fragen, die im Zusammenhang mit den betrieblichen Anforderungen an die Position stehen, müssen Bewerber wahrheitsgemäß antworten. Also etwa, wenn es um die Berufserfahrung oder die persönliche Verfügbarkeit geht.

Wer eine berechtigte Frage, etwa nach vorhandenen Vorstrafen, wahrheitswidrig beantwortet, riskiert, dass der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis später anficht oder kündigt. Denn der Arbeitgeber habe ein berechtigtes Interesse, diese Informationen zu erfahren. Auch wer z.B. behauptet, hervorragende Kenntnisse in einem bestimmten Bestellwesen zu haben, eigentlich aber damit noch nie gearbeitet hat, macht falsche Angaben, er täuscht den Arbeitgeber damit massiv über seine Eignung. Eine grundsätzliche Offenbarungspflicht für Bewerber gibt es aber laut des Fachanwaltes nicht. Das heißt: wer nicht gefragt wird, muss bestimmte Informationen auch nicht von sich aus offen legen. Es kann jedoch Ausnahmen geben. Ein Recht, die Unwahrheit zu sagen, haben Bewerber hingegen bei unzulässigen Fragen vom Arbeitgeber, zum Beispiel zur Familienplanung, einer Schwangerschaft oder zur sexuellen Orientierung.