Ausweichplatz statt Büro

Am 8.9.2019 von Emil Löxkes

Die Kosten für ein Arbeitszimmer lassen sich steuerlich geltend machen, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. In dem Fall dürfen Steuerpflichtige im Jahr bis zu 1250 Euro als Betriebsausgaben oder Werbungskosten geltend machen, wie die Bundessteuerberaterkammer erklärt.

Als anderer Arbeitsplatz gilt jeder, der zur Erledigung büromäßiger Arbeiten geeignet ist. Der Arbeitnehmer muss dabei jederzeit für die dienstlich erforderlichen Büroarbeiten auf einen für ihn nutzbaren Arbeitsplatz zugreifen können. Ist das nicht der Fall, weil es in einem Unternehmen z.B. nur fünf Poolarbeitsplätze für 10 Arbeitnehmer gibt, fehlt solch ein anderer Arbeitsplatz. Das gilt auch, wenn man im Rahmen von Bereitschaftsdiensten am Wochenende erreichbar sein muss, an diesen Tagen aber das Betriebsgebäude nicht nutzen kann. Stellt das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit dar, dürfen alle damit verbundenen Aufwendungen in voller Höhe steuerlich abgesetzt werden. Das kann sogar dann gelten, wenn ein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, der Arbeitnehmer aber den qualitativen Schwerpunkt der Tätigkeit im häuslichen Arbeitszimmer ausübt, zum Beispiel bei einem Heimarbeitsplatz.

Sind die Voraussetzungen für ein häusliches Arbeitszimmer gegeben, können die Kosten für die Ausstattung voll abgesetzt werden. Eingereicht können z.B. Rechnungen für Fenstervorhänge, Gardinen, Kampen oder Teppiche. Außerdem können die Gebäudekosten anteilig berücksichtigt werden, also etwa Miete, Renovierungskosten, oder Abgaben für Wasser, Energie und Reinigung. Der abziehbare Anteil ist nach dem Verhältnis der Fläche des Arbeitszimmers zu der Wohnfläche der Wohnung zu berechnen.