Dürfen Arbeitgeber Zeugnisse überprüfen?

Am 13.04.2019 von Emil Löxkes

Motivationsschreiben, Lebenslauf, Arbeitsproben und Zeugnisse: As Bewerber auf einen neuen Arbeitsplatz gibt man jede Menge Informationen über sich preis. Nicht jedem Arbeitgeber genügt das, was er in der Bewerbung bekommt, um einen potenziellen Mitarbeiter einzuschätzen. Dar er dann die Angaben in Zeugnissen überprüfen?

Grundsätzlich gilt: Wenn der Bewerber beim Einreichen seiner Unterlagen seine Zustimmung gibt, dass Angaben ggf. vom Unternehmen auch durch Rückfragen bei früheren Arbeitgebern überprüft werden können, ist dies kein Problem. in manchen Firmen werde dieses Einverständnis standardmäßig abgefragt. Ist das nicht der Fall, spiele auch der Datenschutz eine große Rolle, so ein Anwalt für Arbeitsrecht. Der potentielle neue Arbeitgeber dürfe zwar prüfen, was in den Zeugnissen eines Bewerbers steht. Zunächst müsse aber der Bewerber direkt zu etwaigen Unklarheiten oder Widersprüchen in den Bewerbungsunterlagen befragt werden. Dem Personaler ist es hingegen ohne Einwilligung des Bewerbers nicht erlaubt, ohne Grund einen Kollegen in dem ehemaligen Betrieb anzurufen, um die Bewerberangaben zu überprüfen. Es gebe jedoch eine große Grauzone, etwa was die Überprüfung von Informationen im Internet angeht. Für sogenannte Background-Checks – wenn Unternehmen Dienstleister engagieren, um Bewerberinfos systematisch zu überprüfen, braucht ein Arbeitgeber nach Meyers Einschätzung ebenfalls vorab die Einwilligung des Bewerbers. Bei Unklarheiten in Zeugnissen oder in anderen Unterlagen muss ein Arbeitgeber also zunächst beim Bewerber nachfragen und sich die Erlaubnis einholen, weitere Prüfungen anzustellen. Ob der Bewerber sich dem wirklich verweigert, sei natürlich eine andere Frage, so der Anwalt. Es sei taktisch nicht klug, einem potentiellen künftigen Arbeitgeber diese Bitte abzuschlagen, schließlich könne man damit womöglich seine Chane auf eine Anstellung verspielen.