Werden Vorsorgekuren leicht bewilligt?

Am 13.03.2019 von Emil Löxkes in Verbandsinternes

Einfach einmal raus aus dem Alltag, in einen Kurort fahren und dort etwas für die Gesundheit tun. Das muss kein Traum bleiben, denn unter Umständen zahlt die Krankenkasse auch zur Vorsorge für ambulante Kuren – und manchmal sogar für Unterkunft und Verpflegung, zumindest teilweise. Doch der Weg bis dahin ist oft kompliziert und langwierig. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit die Krankenkasse dem Antrag auf Kur befürwortet? Wie die Präsidentin des Deutschen Heilbänderverbandes Brigitte Goetz-Meissner sagt, muss allerdings klar erkennbar sein, dass das Risiko, dass ohne eine solche Kur der Versicherte möglicherweise erkrankt, klar erkennbar sein. Zudem muss der Antrag deutlich zeigen, dass der Versicherte schon an seinem Wohnort Maßnahmen gegen sich anbahnende Beschwerden ergriffen hat, und dies nicht genug war oder nur schwer mit den beruflichen und familiären Umständen vereinbar war. Arzt und Versicherter füllen die Unterlagen gemeinsam aus. Denn der Arzt muss begründen, war die Kur genau nötig ist. „Je ausgefeilter der Antrag begründet wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kasse die Kur bewilligt, erklärt Daniela Hubloher von der Verbraucherzentrale Hessen. wichtig sein, dass in dem Antrag nich eine Fülle an Beschwerden aufgelistet ist. Stattdessen sollte man sich auf ein Hauptsymptom konzentrieren. Der ausgefüllte Antrag wird bei der Gesetzlichen Krankenversicherung eingereicht, erklärt Hubloher. Sie ist unabhängig davon, ob jemand sozialversicherungspflichtig oder freiwillig versichert ist, zuständig. Das gilt auch für mitversicherte Partner oder Kinder sowie für Rentner, Arbeitslose und Selbstständige. Die Träger können für ihre Entscheidung dann den Medizinischen Dienst der Krankenkassen oder einen Amtsarzt zu Rate ziehen. Die Erfahrungen zeigen, dass viele Anträge zunächst einmal abgelehnt werden. In den allermeisten Fällen lohnt es sich aber, schriftlich Widerspruch einzulegen. Wenn dann nochmals und ggf. ausführlicher Gründe für die Vorsorgekur dargelegt werden, stimmen die Kassen dem in den meisten Fällen zu.

Eine bewilligte ambulante Vorsorgekur findet in aller Regel in einem der 350 Heilbäder und Kurorte in Deutschland statt und dauert im Schnitt zwei bis drei Wochen. Der Versicherte kann sich den Ort selbst aussuchen, die Einrichtrungen dort müssen aber natürlich Angebot für das Therapieziel vorhalten. Doch für was genau zahlt die Kasse nun? „Das sind die vertraglichen Kosten der kurärztlichen Behandlung, die Aufwendungen für Bäder, Massagen und sonstige medizinische Leistungen sowie für Arznei- und Verbandmittel“, sagt Ann Marini vom GKV-Spitzenverband in Berlin. Die Versicherten müssen lediglich die gesetzlich vorgesehenen Zuzahlungen leisten. Hinzu kommt ein je nach Kasse gewährter Zuschuss von täglich bis zu 16 Euro für Unterkunft, Verpflegung und Anreise. Apropos Prävention: Die meisten Krankenkassen bieten auch sogenannte Präventionsreisen an. „Diese richten sich vorwiegend an Menschen ohne ausgeprägte Beschwerden, die trotzdem etwas für ihre Gesundheit tun möchten“, sagt Marini. Das können etwa Berufstätige sein, deren Arbeitszeiten eine Teilnahme an Gesundheitskursen nicht zulassen, oder Versicherte mit hoher zeitlicher Beanspruchung, pflegende Angehörige oder Alleinerziehende.