Was ist bei drohender Arbeitslosigkeit zu unternehmen?

Am 13.03.2019 von Emil Löxkes in Verbandsinternes, Gesetze und Vorschriften

Was tut man, wenn der Arbeitsplatz abgebaut wird, man selbst plötzlich entlassen wird oder der befristete Vertrag keine Verlängerung erhält? Wer schnell in einen neue Anstellung wechseln will, sollte mit der Vorbereitung beginnen, sobald das Ende der aktuellen Beschäftigung absehbar ist. Man sollte bei der Personalabteilung um ein Zwischenzeugnis bitten, um sich bewerben zu können, rät ein Karrierecoach aus Bremen. Dabei sei es wichtig, darauf zu achten, dass das Zwischenzeugnis korrekt und wohlwollend formuliert ist, da das Endzeugnis auf dieser Basis ausgestellt wird. Wer mehrere Jahre oder gar Jahrzehnte bei einem Arbeitgeber beschäftigt war, sollte jetzt die eigenen Bewerbungsunterlagen zusammenstellen und aktualisieren. Nitschke rät, die Profile in digitalen Business-Netzwerken auf den gleichen Stand zu bringen. Außerdem sei es der richtige Zeitpunkt, um ein persönliches Ziel zu formulieren – je nach Berufs- und Lebenssituation kann das Umstieg, Arbeitszeitaufstockung oder- reduktion bedeuten. Auch ein Branchenwechsel oder eine Weiterbildung sollten durchdacht werden. Bei der Suche nach einer neuen Anstellung kann das eigene Netzwerk entscheidend sein. Der Karrierecoach empfiehlt, eine Liste mit allen Kontakten zusammenzustellen, die man über die Stellensuche informieren möchte. Das können bisherige Geschäftspartner oder Kunden des Arbeitgebers sein. „Vorher sollte man sich gut überlegen, ob man auf der anderen Seite direkt wieder mit dem ehemaligen Unternehmen zusammenarbeiten möchte, oder lieber nicht. Voraussetzung ist natürlich, dass kein nachvertragliches Wettbewerbsverbot vereinbart wurde, das dem entgegensteht. Ob man im Fall einer Kündigung Anspruch auf eine Abfindung hat, hängt vom Einzelfall ab. Eine Entscheidung erfolgt meistens erst vor Gericht. Gesetzlich besteht kein Anspruch, auf eine Abfindung, das ist ein häufiges Missverständnis, so ein Anwalt für Arbeitsrecht. In Ausnahmefällen gibt es einen Anspruch aus Sozialplänen, z.B. in großen Unternehmen mit Massenentlassungen, oder aufgrund von freiwilligen Vereinbarungen des Arbeitgebers. ist dies nicht der Fall. müssen Arbeitnehmer Klage einreichen und zwar gegen ihre Kündigung. Im Grunde klagt man immer auf Weiterbeschäftigung und nicht auf eine Abfindung. Das Ergebnis einer Weiterbeschäftigungsklage ist aber in etwa 90 Prozent der Fälle ein Vergleich mit Angebot einer Abfindung. Je nach Branche kommt es vor, dass Mitarbeiter schon mit dem Zeitpunkt ihrer Kündigung freigestellt werden: Sie arbeiten nicht weiter, beziehen aber Gehalt, bis das Arbeitsverhältnis endet. Auch darauf besteht kein Anspruch. Der Arbeitgeber kann bis zum letzten Tag die Leistung des gekündigten Mitarbeiters verlangen. Bei Positionen mit viel Außenkontakt, z.B. im Vertrieb, ist aber häufig nicht erwünscht, dass die Mitarbeiter weiterarbeiten und vielleicht sogar noch Kundenkontakte mitnehmen. Im Ausnahmefall könne die Freistellung direkt nach Ausspruch der Kündigung erfolgen. Denn die Mitnahme von unternehmensinternen Daten oder Kundeninformationen, die am nächsten Arbeitsplatz hilfreich sein könnten, ist nicht erlaubt. Hier können sich Mitarbeiter sogar strafbar machen. Wenn man die Liste der Kunden und Ansprechpartner kennt, darf man diese natürlich später kontaktieren, aber erst, wenn das Arbeitsverhältnis tatsächlich abgelaufen ist. Findet kein direkter Wechsel in eine neue Stelle statt, kann Anspruch auf Arbeitslosengeld bestehen. Als beschäftigungslos gelte, wer weniger als 15 Stunden pro Woche arbeitet, erklärt eine Mitarbeiterin der Agentur für Arbeit in Nürnberg. Weiterhin muss man für die Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung stehen. Voraussetzung im Normalfall ist außerdem, dass in den vergangenen zwei Jahren mindestens 12 Monate in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt wurde, doch auch hier gibt es Ausnahmen. Arbeitslosengeld wird nicht automatisch gezahlt, sobald ein Vertrag ausläuft. Hierzu muss man selbst aktiv werden. Spätestens am ersten Tag ohne Beschäftigung muss man sich persönlich bei der zuständigen Agentur für Arbeit arbeitslos melden. Damit gilt gleichzeitig das Arbeitslosengeld als beantragt. Wer selbst gekündigt hat, hat häufig keinen Anspruch auf die direkte Zahlung von Arbeitslosengeld. Hier wird der Eintritt einer Sperrzeit geprüft. Sie tritt nicht ein, wenn man aus einem wichtigen Grund gekündigt hat. Das könne der Fall sein, wenn man geheiratet hat und für den Ehepartner in eine andere Stadt zieht, wodurch man den bisherigen Job nicht mehr ausüben kann. Diesen wichtigen Grund muss man selbst nachweisen. Wenn er nicht vorliegt oder anerkannt wird, tritt eine Sperrzeit ein. Das Arbeitslosengeld wird bis zu zwölf Wochen lang nicht gezahlt. Außerdem verkürzt sich die Dauer des Anspruchs um die Dauer der Sperrzeit.