Anspruch verfällt nach drei Jahren

Am 13.3.2019 von Emil Löxkes in Verbandsinternes, Gesetze und Vorschriften

Unterläuft Ärzten ein Behandlungsfehler, haben Patienten eventuell Anspruch auf Schadenersatz. Nach drei Jahren verjährt dieser jedoch. Ein Behandlungsfehler kann es dabei auch sein, den Patienten nicht ausreichend über Alternativen zu einem Eingriff zu informieren. In solchen Fällen beginnt die Verjährungsfrist erst, wenn der Patient nachweislich von den Alternativen erfährt. Das hat das OLG Koblenz geurteilt (AZ: 5 U 1271/17). Die Klägerin hier hatte 2006 ein neues Kniegelenk aus Nickel und Kobalt erhalten. Nach der Operation kam es zu Komplikationen, womöglich eine allergische Reaktion auf die Metalle. 2011 erhielt die Patientin deshalb einen Arztbrief, der sie auf die mögliche Ursache hinwies und ihr einen Tausch der Prothese empfahl. 2012 ließ sich die Frau ein neues Kniegelenk einsetzen, diesmal aus Titan. 2015 zog sie gegen den ersten Behandlungsfehler vor Gericht: Sie sei 2006 nicht ausreichend über die Möglichkeit einer Titan-Prothese informiert worden. Das Gericht lehnte die Klage ab: Eventuelle Ansprüche seien verjährt. Mit dem Brief von 2011 habe der Arzt seine Informationspflichten erfüllt.