Nicht immer das preiswerteste Hilfsmittel

Am 12.03.2019 von Emil Löxkes in Verbandsinternes

Chronisch Kranke müssen sich nicht immer mit preiswerteren Hilfsmitteln zufriedengeben. Bei der Entscheidung darüber, kommt es immer auf die Bedürfnisse des Betroffenen an, wie eine Entscheidung des Sozialgerichts Osnabrück zeigt (AZ: S 42 KR 516/16). So muss eine Krankenkasse einem Rollstuhlfahrer ein teureres Rollstuhlzuggerät finanzieren, wenn er damit mobiler ist als mit einem elektrischen Rollstuhl. Der Fall: Der Kläger leidet an einer spastischen Spinalparalyse. Er beantragte ein motorunterstütztes Rollstuhlzuggerät. Die Krankenkasse lehnte die Übernahme der Kosten ab. Diese hielt das Hilfsmittel nicht für erforderlich. Die Klage hatte Erfolg. Ein Elektrorollstuhl war aus Sicht des Gerichts nicht zielführend. Durch einen Rollstuhl mit Rollstuhlzuggerät bleibe dem Mann die Möglichkeit, sowohl den Elektroantrieb zu nutzen, als auch selbst noch Kraft zur Fortbewegung aufzuwenden.