Private Besorgungen auf dem Weg zur Arbeit

Am 06.11.2018 von Emil Löxkes in Gesetze und Vorschriften

Manchmal ist es praktisch, auf dem Weg zur Arbeit noch private Erledigungen vorzunehmen. Wer deshalb jedoch mehrere Stunden früher als sonst von zu Hause zur Arbeit losfährt, ist nicht durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt. Denn in dem Fall fehlt es am erforderlichen Zusammenhang mit der versicherten beruflichen Tätigkeit. Das gilt auch dann, wenn der Unfall auf dem gewöhnlichen Arbeitsweg passiert, wie ein Urteil des Landessozialgerichts Baden-Württemberg zeigt.
Folgender Fall liegt dem zugrunde: Ein Arbeitnehmer musste um 13:30 Uhr an seinem Arbeitsplatz sein. Er fuhr mit dem Motorroller aber schon um 9:30 Uhr los, weil er vor Arbeitsbeginn noch zu einem Waschsalon wollte. Auf der Strecke seines gewöhnlichen Arbeitsweges, noch vor Erreichen der Wäscherei, erlitt er bei einem Verkehrsunfall ein Schädel-Hirn-Trauma sowie mehrere Knochenbrüche. Die Unfallversicherung lehnte die Anerkennung eines Arbeitsunfalls ab. Das Urteil: Die Klage scheiterte auch beim Landessozialgericht. Es sei entscheidend, dass das Zurücklegen des Wegs zum Waschsalon nicht in Zusammenhang mit der Arbeit gestanden habe.