Arbeiten auch bei Elternzeit?

Am 6.11.2018 von Emil Löxkes in Gesetze und Vorschriften

Während der Elternzeit dürfen Väter und Mütter in Teilzeit arbeiten. Dass der Arbeitgeber für die Dauer der Elternzeit eine Vertretung eingestellt hat, ist nicht in dem Fall ein Grund für die Ablehnung einer solchen Teilzeit. Es genügt, wenn die Firma vor Beginn der Elternzeit davon Kenntnis erhält. Arbeitnehmer können den Teilzeitwunsch also auch nach der Geburt des Kindes äußern. Dies zeigt eine Entscheidung des Arbeitsgerichts Köln (AZ: 11 Ca 7300/17), auf die der Deutsche Anwaltsverein hinweist. Im vorliegenden Fall hatte ein Arbeitgeber vor Beginn des Mutterschutzes eine Ersatzkraft für die geplante Elternzeit der Arbeitnehmerin angestellt. Das sollte die Einarbeitung der neuen Mitarbeiterin erleichtern. Als die Frau nach der Geburt des Kindes Elternzeit beantragte, kündigte sie an, im zweiten Elternzeit-Jahr in Teilzeit mit 25 Stunden pro Woche arbeiten zu wollen. Als sie aber im zweiten Jahr mit diesem Wunsch erneut auf das Unternehmen zuging, lehnte das die Teilzeitbeschäftigung mit Hinweis auf die eingestellte Vertretungskraft ab. Die Frau klagte. Und zwar mit Erfolg. Ein Arbeitgeber könne einen Teilzeitantrag in der Elternzeit grundsätzlich nur aus dringenden betrieblichen Gründen ablehnen. Dazu gehöre zwar auch die Einstellung einer Ersatzkraft für die Dauer der Elternzeit. Ein Arbeitgeber, der aber in Kenntnis eines Teilzeitwunschs eine Ersatzkraft einstellt, müsse dies anpassen. Arbeitnehmern könne nicht zugemutet werden, bereits vor der Geburt verbindliche Erklärungen zu ihrer Elternzeit abzugeben. Arbeitgeber müssten diese abwarten, bevor sie sich an eine Ersatzkraft binden. Tun sie dies nicht, können sie einen Teilzeitwunsch nicht aus dringenden betrieblichen Gründen ablehnen.