BMEL veröffentlicht Ernährungsreport 2018

von Andrea Mager in Verbandsinternes Gesetze und Vorschriften

Mit dem nachstehenden Text gibt uns das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Informationen rund um den Themenbereich Ernährungsgewohnheiten, Ernährungswünsche und-trends, die Befragungen von Verbrauchern zu Grunde liegen. Wobei man sich natürlich zu Recht fragen kann, ob alle getätigten Aussagen auch tatsächlich im Alltag Umsetzung finden würden. Wären wirklich 90 Prozent der Verbraucher (Befragten) bereit, einen höheren Preis für Lebensmittel zu bezahlen, wenn die Tiere besser gehalten würden, als es das geltende Recht vorschreibt? Dezente Zweifel sind meines Erachtens angebracht…
“Wir müssen dafür sorgen, dass noch mehr Einrichtungen die Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung einführen”, sagte Bundesernährungsminister Christian Schmidt bei der Vorstellung des dritten BMEL-Ernährungsreports “Deutschland, wie es isst” in Berlin. Ein lobenswerter Vorsatz, den der Minister äußert, hier stellt sich natürlich die Frage, wer den „Geldtopf“ zur Verfügung stellt, um die zusätzlichen Ausgaben tätigen zu können. Herr Schmidt sollte sich sozusagen undercover einmal zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus begeben, das zu einem börsenorientierten Unternehmen gehört und in dem die Verpflegung in der Skala an allerunterster Stelle steht. Wo selbstverständlich die Küche outgesourct wurde und niemand so „richtig“ für die Verpflegung zuständig ist. Wo „Schonkost“ nicht gleich „Schonkost“ ist, der Patient selbst dafür Sorge tragen muss, was er essen darf, bzw. nicht. Diätberatung – viel zu teuer… … Dies ist leider vielfach traurige Realität in unserem Land.
Andrea Mager

Ernährungsreport 2018

43 Prozent der Menschen in Deutschland essen regelmäßig außer Haus. Das ist ein Ergebnis des Ernährungsreports 2018 der forsa-Befragung im Auftrag des BMEL zu Ernährungsgewohnheiten, -wünschen und -trends in Deutschland.
Demnach kauft knapp ein Viertel der Deutschen zumindest einmal in der Woche Snacks wie belegte Brötchen, ein Fünftel geht einmal oder mehrmals in der Woche außer Haus essen. 74 Prozent der Befragten gaben an, mindestens einmal im Monat ein Restaurant zu besuchen.
“Wir müssen dafür sorgen, dass noch mehr Einrichtungen die Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung einführen”, sagte Bundesernährungsminister Christian Schmidt bei der Vorstellung des dritten BMEL-Ernährungsreports “Deutschland, wie es isst” in Berlin.

Ernährungsbildung im Stundenplan

Neun von zehn Deutschen (91 Prozent) sehen den Ernährungsunterricht in der Schule auf einer Stufe mit Fächern wie Mathematik, Deutsch oder Englisch. Dies gilt unabhängig davon, ob in ihrem Haushalt Kinder leben oder nicht. “Ernährungsbildung gehört fest verankert in die Stundenpläne – am besten als eigenes Schulfach”, forderte Schmidt. Den Erkenntnissen des Ernährungsreports zufolge würden entsprechende Unterrichtsangebote für Schülerinnen und Schülern gut angenommen.

Mehr Klarheit über Lebensmittel

Verbraucherinnen und Verbraucher interessieren sich für Herkunft, Herstellung und Zusammensetzung ihrer Lebensmittel. Viele Menschen nehmen die Informationen zu Lebensmitteln, die ihnen zur Verfügung stehen, bewusst zur Kenntnis und lassen diese dann auch in ihre Kaufentscheidung einfließen.
Dabei ist nicht nur die Verpackung wichtig. Etwa zwei Drittel der Befragten nutzen Informationen, die am Einkaufsort bereitstehen. Immer mehr Menschen informieren sich auch digital: 42 Prozent geben an, sich via Onlinerecherche über Lebensmittel zu informieren, 21 Prozent besuchen Internetforen mit Produktbewertungen, 14 Prozent informieren sich über Soziale Medien. Letztere werden überwiegend von den Jüngeren genutzt: so nutzen 31 Prozent der unter 30-Jährigen Soziale Medien, bei den über 60-Jährigen sind es vier Prozent.
Vor diesem Hintergrund sind transparente Informationsangebote wichtig. “Die Menschen wünschen sich klare und neutrale Informationen. Mit dem Bundeszentrum für Ernährung habe ich im vergangenen Jahr eine zentrale Einrichtung für eine alltagstaugliche, wissenschaftsbasierte Ernährungskommunikation geschaffen”, sagte Schmidt.

Höhere Standards in der Tierhaltung

Gefragt nach ihren persönlichen Erwartungen an die Landwirtschaft nennen 66 Prozent der Befragten auf Platz eins das Wohl der Tiere, das damit noch vor der Qualität der Produkte, der Entlohnung der Mitarbeiter und umweltschonenden Produktionsweisen liegt. Könnte in Zukunft nur eines dieser vier Ziele tatsächlich umgesetzt werden, so hätten bei zwei von fünf Befragten höhere Standards bei der Tierhaltung Priorität. Dies gilt unabhängig davon, ob die Befragten auf dem Land oder in der Stadt leben.
Schmidt betonte: “Insgesamt hat sich der Trend zu mehr Tierwohl verfestigt. Das haben wir in vielen Debatten erlebt. Erfreulich ist, dass sich immer mehr Menschen für die Arbeit der Landwirtschaft interessieren und sich einbringen wollen. Mit dem staatlichen Tierwohl-Label machen wir das möglich und sorgen für Transparenz.”
79 Prozent der Befragten befürworten ein staatliches Tierwohl-Label. Und sie wollen dafür auch bezahlen: 90 Prozent wären bereit, einen höheren Preis für Lebensmittel zu bezahlen, wenn die Tiere besser gehalten werden als es das geltende Recht vorschreibt.

Verbraucher übernehmen Verantwortung

Die Initiative des BMEL gegen Lebensmittelverschwendung Zu gut für die Tonne! hat die Menschen für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln sensibilisiert. 86 Prozent der befragten Verbraucherinnen und Verbraucher sehen sich selbst in der Verantwortung, Lebensmittelabfälle zu reduzieren. 63 Prozent kaufen bereits bewusster ein. Und mehr als die Hälfte gibt an, Lebensmittelreste besser zu nutzen, um Abfälle zu vermeiden. “Mein Ziel ist es, die Lebensmittelverschwendung bis zum Jahr 2030 zu halbieren. Mit unserer erfolgreichen Initiative sind wir auf einem guten Weg.”
Quelle: BMEL