Arbeitszeugnis zu spät angefordert

Am 27.12.2017 von Emil Löxkes

Ein Arbeitszeugnis trägt in der Regel das Datum, an dem es zeurst ausgestellt wurde. Das gilt auch dann, wenn es nachträglich geändert, also zum Beispiel

berichtigt wird. Für Arbeitnehmer ist das ein Vorteil: denn ein späteres Datum kann Hinweis auf Ärger bei der beruflichen Trennung sein. Der Fall verhält sich allerdings anders, wenn Arbeitnehmer erst nach dem Ausscheiden aus dem Betrieb ein Zeugnis verlangen. Das ergibt sich aus einer Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Baden-Württemberg, AZ: 3 Sa 71/16, auf das der Deutsche Anwaltverein hinweist. In dem Fall stritten die Parteien vor Gericht darüber, ob ein Arbeitgeber ein Zeugnis auf den Tag datieren muss, an dem das Arbeitsverhältnis endete. Den Wunsch nach einem qualifizierten Zeugnis hatte die Klägerin jedoch erst per Gerichtsverfahren geäußert. Der Arbeitgeber war nur bereit, ein Zeugnis mit dem aktuellen Datum zu fertigen. Mehr muss er auch nicht tun, entschied das Gericht. Denn die Klägerin habe bei einem so späten Wunsch nach einem qualifizierten Arbeitszeugnis keinen Anspruch, diesen auf ein früheres Datum ausstellen zu lassen. Wird ein Zeugnis geändert, oder berichtigt, behält es zwar sein ursprüngliches Datum. So wird etwa verhindert, dass künftige Arbeitgeber aus dem Datum erfahren, dass es Streit um ein Zeugnis gab. Im vorliegenden Fall sei dies jedoch anders, so das Gericht, da der Arbeitgeber erst durch das Gerichtsverfahren vom Wunsch der Klägerin Kenntnis erhielt, ein qualifiziertes Arbeitszeugnis zu erhalten, könne die Arbeitnehmerin daher keine Rückdatierung verlangen.