Arbeitgeber haftet

Am 27.12.2017 von Emil Löxkes

Darf ein Arbeitnehmer seinen PKW auf dem Betriebsgelände abstellen, muss der Arbeitgeber es schützen, etwa vor Sturmschäden. Tut er dies nicht, verletzt er die so genannte Verkehrssicherungspflicht und muss für entstandene Schäden aufkommen. Dies geht aus einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf (AZ: 9 Sa 42/17) hervor, auf das der Bund-Verlag hinweist. In dem Fall ging es um ein Auto, das dessen Besitzer auf dem Betriebshof seines Arbeitgebers abgestellt hatte, was ausdrücklich erlaubt war. Bei einem Sturm wurde ein Großmüllbehälter so stark gegen den PKW gedrückt, dass dieser einen Totalschaden verursachte. Die Versicherung des Arbeitnehmers erstattete den Schaden zunächst, verlangte dann aber vom Arbeitgeber € 1.380,--. Die Richter gaben der Versicherung Recht: Vor dem Sturm gab es einen entsprechende Wetterwarnung, der Arbeitgeber hätte deshalb sein Gelände abgehen, abgehen lassen müssen, und Gefahrenquellen sichern müssen. Dies sei zwar auch passiert, der Müllbehälter wurde dabei aber nicht ins Auge gefasst. Den Mitarbeiter trifft deshalb keine Schuld, da er den ganzen Tag im Außendienst tätig war und deshalb seinen PKW nicht selbst schützen konnte. Er durfte deshalb davon ausgehen, dass sich der Arbeitgeber darum kümmere.