Krankengeld nur gegen Attest

von Andrea Mager in Gesetze und Vorschriften

Wer krank wird, hat in der Regel Anspruch auf Krankengeld. Allerdings nur dann, wenn der Arbeitnehmer ein Attest vorlegt. Gibt er die Bescheinigung zu spät bei der Krankenkasse ab, ruht der Anspruch auf Krankengeld, befand das Sozialgericht Detmold (AZ: S 3 KR 824/16). Versicherte können sich jedenfalls nicht darauf verlassen, dass der Arzt die Arbeitsunfähigkeit der Krankenkasse meldet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Fall: Die Klägerin war ab dem 01. Juni beschäftigt. Sie erkrankte am 10. Juni und kündigte das Arbeitsverhältnis zum 30. Juni. Das Attest ging erst am 01. Juli bei der Krankenkasse ein, die wegen verspäteter Vorlage die Zahlung von Krankengeld ablehnte. Eine Lohnfortzahlung von ihrem Arbeitgeber konnte sie für die Zeit nicht beanspruchen.
Meldepflicht beim Versicherten
Das Urteil: Das Sozialgericht wies die Klage der Frau ab. Die gesetzliche Meldepflicht obliegt dem Versicherten. Versäumt der Versicherte die Meldung, verliert er seinen Anspruch. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung trage den eindeutigen Hinweis: “Ausfertigung zur Vorlage bei der Krankenkasse“. Insoweit hätte der Klägerin klar sein müssen, dass sie das Papier der Krankenkasse zu übersenden habe.