Klare Regelungen für befristete Arbeitsverträge

von Emil Löxkes in Gesetze und Vorschriften

Besser ein Arbeitsplatz auf Zeit, als gar keine Anstellung: Nach diesem Motto haben viele Berufstätige in Deutschland befristete Arbeitsverträge geschlossen. Für den Arbeitnehmer hat das meist keine Vorteile, für den Arbeitgeber schon. Allerdings muss er sich auch an Regeln halten, so die Aussagen einer Dachanwältin für Arbeits- und Sozialrecht.

Wann darf ein Arbeitgeber einen Vertrag befristen:
Wenn er dafür einen so genannten sachlichen Grund hat. Typische Gründe sind zum Beispiel Elternzeit- oder Krankheitsvertretungen. Auch ein Großauftrag kann ein Grund sein, wenn kurzfristig die Arbeitsmenge dadurch steigt, aber auch absehbar wieder endet. Eine chronisch unterbesetzte Abteilung, in der Arbeit liegen bleibt, wäre dagegen kein sachlicher Grund für eine Befristung.
Was ist, wenn es keinen sachlichen Grund gibt:
Auch dann darf der Arbeitgeber einen Vertrag zwar befristen – aber nur auf maximal zwei Jahre. Üblich ist das zum Beispiel bei Neueinstellungen.
Sind mehrere befristete Verträge hintereinander erlaubt?
Befristungen ohne sachlichen Grund darf der Arbeitgeber dreimal verlängern, allerdings nur, wenn er dabei nicht die Höchstdauer von zwei Jahren überschreitet. Ein Sechs-Monats-Vertrag, der zweimal um je ein halbes Jahr verlängert wird, wäre also erlaubt. Mit sachlichem Grund sind Kettenbefristungen dagegen möglich: So kann ein Arbeitnehmer zum Beispiel mehrere Elternzeitvertretungen hintereinander übernehmen.

Wie muss die Frist aussehen?
Sie muss schriftlich vereinbart sein und das Vertragsende muss klar sein. Deswegen muss aber kein konkretes Datum stehen. Stattdessen kann die Befristung auch an ein Ereignis gebunden sein, also zum Beispiel an die Rückkehr eines Kollegen aus der Elternzeit.

Gilt die Befristung auch bei Mutterschutz oder Elternzeit?
Ja. Solche Pausen beeinflussen die Befristung nicht, ein befristeter Arbeitsvertrag verlängert sich dadurch also nicht.

Was müssen Arbeitnehmer beachten?
Sie sollten sich nicht darauf verlassen, dass ihr Vertrag verlängert oder entfristet wird – und sich rechtzeitig, also spätestens drei Monate vor Vertragsende, arbeitssuchend melden. Zudem kann es sein, dass sie aus einem befristeten Vertrag nicht früher herauskommen: Eine vorzeitige Kündigung ist nur dann möglich, wenn das ausdrücklich im Vertrag steht. In der Praxis ist das aber meist so.