Kollegenbeleidigung – fristlose Kündigung droht

von Andrea Mager in Gesetze und Vorschriften

Arbeitnehmer müssen mit einer fristlosen Kündigung rechnen, wenn sie Kollegen massiv beleidigen. Darauf weist der Deutsche Anwaltsverein hin. Er bezieht sich auf eine Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz (AZ: 4 Sa 350/15). In dem verhandelten Fall klagte eine Kinderkrankenschwester. Die Frau arbeitete seit etlichen Jahren bei ihrem Arbeitgeber. An einem Abend versandte die Frau unter Alkoholeinfluss eine SMS an eine Kollegin mit der Anrede „Hi Arschloch“. Weitere Beleidigungen folgten. Daraufhin kündigte ihr der Arbeitgeber fristlos sowie hilfsweise außerordentlich mit Auslauffrist. Die Kündigungsschutzklage der Frau blieb erfolglos. Grobe Beleidigungen von Arbeitskollegen, die eine deutliche Ehrverletzung für den Betroffenen bedeuteten, seien ein erheblicher Verstoß des Arbeitnehmers gegen seine Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis. Dies rechtfertige eine außerordentliche, fristlose Kündigung, entschied das Gericht. Im vorliegenden Fall sei klar, dass die Frau ihre Kollegin in besonders grober Weise beleidigt habe. Aufgrund der Schwere der Pflichtverletzung sei auch eine vorherige Abmahnung nicht notwendig gewesen. Außerdem sei die Klägerin bereits einschlägig abgemahnt worden. Zwar spreche die lange Betriebszugehörigkeit für die Klägerin. Jedoch könne ein Arbeitgeber schwerwiegende Beleidigungen unter seinen Beschäftigten nicht dulden. Außerdem könnte das Fehlverhalten der Frau den Betriebsfrieden irreparabel stören.