2. Platz beim Wettbewerb „Das ökologische Krankenhaus“ für die LWL-Klinik Lengerich und Münster

von Andrea Mager in Verbandsinternes

Der VKK gratuliert seinem Verbandsmitglied Thomas Voß (Bildmitte) nebst Team

Die LWL-Kliniken Lengerich und Münster haben an dem bundesweiten Wettbewerb „Das ökologische Krankenhaus 2016“ teilgenommen. Und das mit großem Erfolg. Der zweite Platz ist Belohnung für eine Reihe von qualifizierten Maßnahmen, die umgesetzt worden sind.
Auf die Urkunde sind Thomas Voß und Anika Thyes stolz. Beim bundesweiten Wettbewerb „Das ökologische Krankenhaus 2016“ hat die LWL-Klinik in der Kategorie kleine Krankenhäuser den zweiten Preis gewonnen. Für den stellvertretenden kaufmännischen Direktor und die Umweltmanagement-Beauftragte der Beleg, dass die Klinik mit ihrem Umweltprogramm auf dem richtigen Weg ist.
Dabei geht es nicht nur darum, weniger Energie zu verbrauchen oder diese effektiver zu nutzen. Die Zertifizierung nach den EMAS-Vorgaben der Europäischen Union geht weit darüber hinaus. Thomas Voß nennt ein Beispiel: Thunfisch und Pute sind in der Kantine von der Karte gestrichen worden. Der Meeresbewohner wegen der Überfischung, der Vogel, weil es keine Alternative zur Massenzucht gebe.
Dass es bei der Streichung dieser Lebensmittel keinen Gegenwind gegeben hat, führt er auf die umfassende Information der Mitarbeiter zurück. Mittwochs stehen nur fleischlose Gerichte auf der Speisekarte, seit drei Jahren. An den anderen Tagen wird ein vegetarisches Essen angeboten. „Vegetarische Pizza ist, neben Milchreis, der Renner“, berichtet Anika Thyes. „Auch bei Fleischessern.“ Fair gehandelter Bio-Kaffee, 100 Prozent Bio-Schweinefleisch, saisonale Gerichte mit Zutaten aus der Region sind weitere Kennzeichen der Klinik-Küche.
Finanziell gravierender sind die Schritte, die in der Klinik in Sachen Energiekosten unternommen worden sind. „Die Verbräuche sinken, und wir dämpfen so den Kostenanstieg“, sagt Thomas Voß. Hätte die Klinik nicht gehandelt, müsste heute für Strom, Wärme, Wasser ein deutlich sechsstelliger Euro-Betrag mehr aufgewendet werden.
Seit 2011 darf die LWL-Klinik das EMAS-Zertifikat führen. Zu den Voraussetzungen gehört eine Umwelterklärung, in der konkrete Ziele genannt werden samt dafür Verantwortlicher und dem Zeitpunkt der Umsetzung. „Wir mussten das Bewusstsein dafür in den Köpfen der Mitarbeiter und der Patienten wecken“, nennt Thomas Voß den aus seiner Sicht wichtigsten Faktor, der zum Gelingen beigetragen habe. Schulungsmaßnahmen für die Kollegen, Energiespar-Tipps im Intranet der Klinik, Benennung von Energiespar-Beauftragten zählt Anika Thyes als Bausteine auf diesem Weg auf.
64 Umweltziele sind seit 2011 erreicht worden. Trotz manch unerwarteter Hindernisse, wie bei der Umrüstung von Waschbecken und Duschen. Perlatoren sollen Luft in den Wasserstrahl einleiten. Dadurch soll der Verbrauch reduziert werden, ohne dass das Wassergefühl darunter leidet. Bei den 83 Duschen hat das geklappt, 2,6 Liter je Minute werden gespart. „Bei den Waschtischen macht das kalkhaltige Wasser Probleme“, berichtet Thomas Voß. Ob sich die Umrüstung rechnet, muss sich noch zeigen.
Die LWL-Klinik ist eines von 23 Krankenhäusern im Bundesgebiet, die nach EMAS zertifiziert ist. Insgesamt gibt es 2080 Kliniken. „Mitarbeiter sind kein Kostenfaktor, sondern ein Erfolgsfaktor für Unternehmen.“ Diesen Satz hält Thomas Voß für das Erfolgsrezept, nicht nur beim Umweltmanagement.
Quelle: wn.de